Nachdem die Dämmung der Außenwände, Dachschrägen und Decken abgeschlossen war, kamen wir endlich zum Thema Trockenbau. Als erstes werden die alle Außenwände sowie einseitig die Innenwände mit Gipsfaserplatten beplankt. Durch den Bau in der Erdbebenzone 3R wurden die meisten Innenwände bereits mit Holzspanplatten vom Werk aus beplankt. Dadurch konnten wir vorab die Innenwände dämmen und diese jetzt komplett verschließen.

Material für den Trockenbau: Gipsfaserplatten

Von Mobau erhielten wir 249 Fermacellplatten für diesen Teil. Zum Verarbeiten der Platten wurde uns ein Fermacell Plattenreißer sowie 9.000 Fermacell Schnellbauschrauben geliefert.

Wer jetzt denkt, dass die Gipsfaserplatten genau so leicht zu verarbeiten sind, den muss ich leider enttäuschen. Die Platten sind deutlich stabiler und schwerer zu brechen als Gipskartonplatten. Beim ersten Versuch mit dem Plattenreißer die Platten anzuritzen und zu brechen, gingen erstmal drei Platten kaputt.

Nach einer kurzen Recherche im Netz besorgten wir uns eine Tauchsäge mit geeigneten Blatt. Hier entschieden wir uns für das Premium Modell von Festool (Link zu Amazon). Nicht günstig, aber jeden Euro wert! Um den Staub auf ein Minimum zu reduzieren, besorgten wir uns ebenfalls noch eine externe Absaugung in Form von einem Kärcher Staubsauger (Link zu Amazon),

Beplanken der Wände mit Gipsfaserplatten

Laut Ausbauanleitung soll ein Abstand von mindestens 3,5 cm zum Boden und Deckenbalken eingehalten werden. Warum dieser Abstand für den Boden vorgegeben wird, ist uns nach wie vor Unklar. An der Decke macht dies jedoch sinn.

Die Decke wird im weiteren Verlauf mit einer 2 cm starken Lattung versehen. Im Obergeschoss wird auch die Dampfsperrfolie eingezogen und anschließend mit einer Gipskartonplatte (Feuerfest, rote Beschriftung) beplankt. Durch die 3,5 cm Abstand zum Balken, kann die Gipskartonplatte eingeschoben werden.

Um den Abstand zum Boden einheitlich zu gestalten, klebten wir diverse Unterlegescheiben aufeinander. Die Platten können bequem darauf abgestellt und auf die Balken geschraubt werden, ohne das eine zweite Person helfen muss.

Für das Beplanken der Wände benötigten wir ca. zwei Wochen. Weitgehend wurde die Arbeit alleine durchgeführt. Durch die Unterlegescheiben war es kein großer Kraftakt.

Obwohl die Baubeschreibung es vorsieht die Platten mit Kreuzfuge zu legen, entschieden wir uns dafür diese wie die Gipskartonplatte versetzt zu verlegen. Auch die Herstellerfirma gibt diese Verlegemethode vor um mehr Stabilität zu erhalten.

Das Verkleben der Fugen ist nicht notwendig. Dies mussten wir nur im Bereich des LAS-Rohrs, eine Auflage des Bezirksschornsteinfegers. Trotz relativ vielen Reststücken, blieben am Ende noch knapp über zehn Platten übrig.

Wie auch beim Dämmmaterial dürfen die Fermacellplatten nicht über einen normalen Bauschuttcontainer entsorgt werden, da es sich hierbei um Sondermüll handelt. Da sich ein extra Container für Fermacell und Rigips sich nicht lohnt, wurden die Reststücke über das örtliche Wertstoffzentrum entsorgt. Der Preis je Tonne ist nicht teuer, jedoch wird eine Mindestgebühr erhoben. Solltest Du auch denselben Weg wählen, sammle die Reste auf einen Platz und entsorge diese auf einmal.